Rhein-Anwohner schnupfen tonnenweise Kokain
Nürnberg - Die Anwohner des Rheins und seiner Zuflüsse bis zur Stadt Köln schnupfen einer Wasseranalyse zufolge rund neun Tonnen Kokain im Jahr. Das schließen Wissenschaftler des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung aus der Messung eines Kokain-Abbauprodukts im größten deutschen Fluss. Auf seinem Weg bis Köln nehme der Rhein das Abwasser von fast 40 Millionen Menschen auf, erläuterte Institutschef Prof. Fritz Sörgel am Mittwoch. Für ganz Deutschland ergebe sich aus den Messwerten ein grob geschätzter Jahresverbrauch von rund 20 Tonnen Kokain.
Die Nürnberger Forscher hatten die Konzentration des Kokain- Stoffwechselprodukts Benzoylecgonin in Flüssen in Deutschland, anderen europäischen Ländern und den USA bestimmt. Der Stoff wird von Kokainkonsumenten ausgeschieden und gelangt mit dem Abwasser in die Flüsse. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland laut dieser Analyse einen mittleren Platz. Spitzenreiter beim Kokainkonsum sind demnach die USA, auch in Spanien und Großbritannien liegt der gemessene Verbrauch deutlich über dem deutschen. (dpa)
Quelle:
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1330608